Fahrt nach Mariazell

Fünf Tage und Nächte

Am Mittwoch, dem 6. Oktober 1999 startete die Freiwillige Feuerwehr Fauerbach v.d.H. um 22.00 Uhr mit einem Reisebus nach Mariazell. Nach einer eher unruhigen Nacht mit einigen Stopps, unter anderem der Frühstückspause auf der Raststätte „Donautal” hatte unser Fahrer ab der Abfahrt Ypps noch einiges auf den letzten 70 Kilometern zu tun, da es ab hier Kurve um Kurve bergauf und bergab ging, bis wir glücklich um 8.30 Uhr in Mariazell am Feuerwehrhaus vorfuhren. Es war schön von so vielen bekannten und erfreuten Gesichtern mit „Hallo” und „Grüßt Euch”empfangen zu werden.


Während man sich bei einer deftigen Gulaschsuppe stärken konnte, wurden ein paar offizielle Willkommensgrüße von Kommandant Reinhard Leichtfried ausgesprochen, wobei sich einige schon mit Stamperln, Seideln und Spritzern persönlich begrüßten und zuprosteten. Was einen dabei so alles bewegt, läßt sich nicht so einfach in Worte fassen. Alles hat ein Ende, auch der Empfang. Nach der Quartierverteilung, auspacken, frisch machen und einem Begrüßungstrunk im Hotel hätte man sich von den Strapazen der Fahrt erholen können. Aber das kann man auch zu Hause! Der Besuch beim „Pfanni” (Johann Pfannhauser) in der „Edelweißhütte” auf der Bürgeralpe (1270 m) ist für uns Fauerbacher Pflicht. Dabei wurde auch ein Erinnerungsteller der Fauerbacher Feuerwehr überreicht. Die Hütte ist so urig wie der Wirt. Was deftiges aus der Pfanne, eine Brettljaus'n oder a G'selchtes und dazu a Stamperl, an Jaga- oder Pimperltee und man schwebt wie mit der Seilbahn - die letzte geht bereits um 17.00 Uhr - nach Mariazell hinunter. Die meisten der Teilnehmer ließen den Tag nach 36 Stunden mit einem Abendessen und einem Plausch mit ihren Wirtsleuten ausklingen.


Am Freitagmorgen traf man sich bereits um 9.00 Uhr am Rüsthaus zur Abfahrt zur Besichtigung der Kläfferquelle. Hier wurden alle technisch Interessierten mit etwas mit der heutigen Technik nicht Nachvollziehbarem konfrontiert. Hier in der nördlichen Steiermark liegt das Gebirgsmassiv „Hochschwab”. Aus diesem Gebirge tritt am Nordrand viel Wasser aus. Im Jahre 1900 plante der damalige Oberstadtbaurat Dipl.-Ing. Karl Kinzer unter Bürgermeister Dr. Karl Lueger das Wasser teilweise abzufangen und nach Wien zu leiten. So wurde am 14. August 1900 in Wildalpen der Grundstein für die 2. Wiener Hochquellenleitung gelegt und am 2. Dezember 1910 beendet. Diese Wasserleitung geht durch Berge, über Täler (Brücken) und unter Tälern hindurch nach dem Schlauchwaagenprinzip. Nach 36 Stunden erreicht das Wasser von dem Quellgebiet die Stadt Wien und hat im freien Gefälle 180 km mit einem Höhenunterschied von 360 m zurückgelegt, und das alles ohne Pumpen und Drückerhöhungsanlagen. Erwähnt sollte auch noch werden, daß das ganze Quellgebiet 14205 ha umfaßt, unter Naturschutz steht, der Stadt Wien gehört und ca 40% des Wasserbedarfs von Wien abdeckt. Nach der hochinteressanten Führung durch das Museum der Wiener Wasserwerke in Wildalpen wurden wir zum Mittagessen mit Getränk von der FF Mariazell herzlich eingeladen. Gut informiert und gesättigt wurde die Rückfahrt, versehen mit einigen Fotostopps, bewältigt. Nun hatte jeder Zeit sich für den Abend, dem eigentlichen Anlaß unseres Besuches, vorzubereiten.


Zum Festakt, die Einladung hatte folgenden Text: Der Bürgermeister der Stadt Mariazell und der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mariazell erlauben sich, Sie zum Festakt „ 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mariazell” am Freitag, 8. Oktober 1999 um 19.00 Uhr in das Hotel Feichtegger höflichst einzuladen.


Mit der Eröffnungsfanfare, dargeboten von der Bläsergruppe der Stadtkapelle, wurde der Festakt musikalisch eingeleitet. Kommandant Reinhard Leichtfried konnte unter den ca. 300 Gästen einige Prominenz aus Politik, der Kirche und der Feuerwehr, sowie von der Polizei, dem Roten Kreuz und der Bergrettung begrüßen. In seinem Rückblick über 125 Jahre Feuerwehr Mariazell wurde auch die fast 30-jährige gute Kameradschaft zwischen unseren Wehren erwähnt. Im Anschluß hieran erfolgte ein Liedvortrag des Doppelquartett des Männergesangvereins, die zusammen mit der Bläsergruppe zwischen den Redebeiträgen den Festakt musikalisch umrahmten. Bürgermeister Helmut Pertl ging ausführlich auf die Beziehung zwischen Feuerwehr und Gemeinde seit Bestehen ein. Hier sollte erwähnt werden, daß er sowie sein Amtsvorgänger Ing. Karl Pingl schon in Fauerbach weilten. Uns gelang es aber bis dato noch nicht, das ein Bürgermeister der Stadt Butzbach, trotz öfteren Bittens, mit uns Mariazell besuchte. Im weiteren Verlauf wurden auf Beschluß der Feuerwehr zwei Personen von Kommandant Leichtfried zu Ehrenmitgliedern ernannt. Einer ist der uns allen bekannte Altbürgermeister und Hotelier „Zum Heiligen Geist” Ing. Karl Pingl. Er bedankte sich recht herzlich für die ihm zugedachte Ehre. Leider konnte der andere Geehrte nicht anwesend sein. Nach dem darauf folgenden Liedvortrag erhoben sich auf das Kommando „Habt Acht” alle Uniformträger von ihren Stühlen um den zu Ehrenden ihre Achtung zu erweisen. Die Ehrung wurde durchgeführt von Bezirksfeuerwehrkommandant Oberbrandrat Karl Sitka und zwar für 60- und 40jährige Mitgliedschaft, 25- und 10-jährige aktive Tätigkeit sowie für sonstige Verdienste um die Feuerwehr. Groß war der Applaus als der Name unseres Feuerwehrkameraden Helmut Schubert genannt wurde. Schubert erhielt das Steirische Feuerwehr-Ehrenkreuz 3. Stufe. Nach Beendigung der Ehrungen konnte wieder Platz genommen werden. An das musikalische Übergangsstück wurden Gratulationen von verschiedenen Institutionen überbracht. Wehrführer Michael Rensch überbrachte herzliche Grüße aus Fauerbach und gab in seiner Rede die Hoffnung auf eine weiterhin gedeihliche Zukunft Ausdruck. Mit dem 1. Vorsitzenden Gunthard Schneider überreichte er eine große Luftaufnahme von Fauerbach. Als Gegengeschenk konnten wir ein Bild „Der Brand von Maria Zell in Steiermark” am 2ten November 1827 entgegennehmen. Zum Abschluß des Festaktes erhoben sich alle Anwesenden beim Erklingen der Landeshymne von ihren Plätzen.


Ein würdiger erster Teil war zu Ende und der zweite, zwanglose, konnte beginnen. Eingeladen zum Jubiläumsbuffet waren alle Anwesenden und es mangelte an nichts. Obst, Gebäck, Vorspeisen, schön garnierte Platten mit Wurst, Käse, Eier und Schinken, kalter Braten sowie verschiedene Salate, Knödel, Saucen, Haxen und Braten, alles war reichlich vorhanden. Es war ein Vergnügen für Augen und Magen. Natürlich fehlte auch der Nachtisch nicht. Um Mitternacht endete ein sehr schöner Tag.


Am nächsten Morgen war recht früh, um 7.30 Uhr, Abfahrt am Rüsthaus zum Feuerwehrausflug in die Bundeshauptstadt Wien. Bisher schon reichlich verwöhnt überreichte der Rechner der FF Mariazell Franz Moik allen Teilnehmern auch noch ein Taschengeld für diesen Tag. Erste Station war das Rosenberger Rasthaus Großram. Hier wurde ein Gabelfrühstück eingenommen, was bedingt durch Personalmangel nicht ganz so reibungslos verlief. Doch am Ende waren wieder alle zufriedengestellt. In Wien angekommen nahm jeder Bus seinen Stadtführer(in) auf und es trennten sich die Wege, da jeder Stadtführer seine eigene Route hat. Nachdem viele Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren erklärt wurden, wurde der Hofburg zu Fuss eine Stippvisite abgestattet. Weiter ging dann die Fahrt Richtung Prater mit einem Stopp, um das Hundertwasserhaus von außen zu besichtigen. Am Wiener Prater, dem weltbekannten Vergnügungspark, trafen die beiden Busse wieder zusammen. Hier konnte sich dann jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen amüsieren. Um 17.00 Uhr war Abfahrt nach Gumpoldskirchen zum „Heurigen”. In froher Runde wurde bei Wein, diversen Speisen und Liedern beisammen gesessen, bis um ca. 21.45 Uhr die Heimfahrt nach Mariazell angetreten werden mußte.


Der Sonntagvormittag stand zur freien Verfügung und konnte genutzt werden um dem Maibaumumlegen in St. Sebastian beizuwohnen oder, wie von Ewald Reitz, Gunthard Schneider, Michael und Manfred Rensch genutzt, um im Auftrag der Feuerwehr dem Hotelier, Altbürgermeister und jetzt auch Ehrenmitglied der FFw Mariazell Ing. Karl Pingl nachträglich zum 70. Geburtstag zu gratulieren und den extra angefertigten Bierkrug mit Widmung zu überreichen. Der Geehrte bedankte sich recht herzlich und meinte, daß der Krug etwas einmaliges sei und deshalb einen Ehrenplatz verdiene und bekomme. Nach einem Umtrunk war dann Zeit zum Mittagessen, da um 13.30 Uhr der letzte offizielle Programmpunkt - das Schießen auf die Ehrenscheibe der FF Mariazell - stattfinden sollte. Wie auch schon beim Festakt nahmen auch hier die drei Bürgermeister des Löschbezirkes Mariazell, zu dem noch die Gemeinden St. Sebastian und Halltal gehören, teil. Jeder Teilnehmer hatte zunächst 5 Probeschuß und dann 5 Wertungsschuß. Den meisten Teilnehmern mußte erst die Handhabung der Luftgewehre - ich denke 90% waren noch nie auf einem Schießstand - erklärt werden. Es war schon interessant wie sich Männlein und Weiblein an den 5 Bahnen in Stellung brachten. Pech für die, bei denen die Probeschüsse besser waren als die Wertungsschüsse. Als Laie denkt man, 5 Schuß ergeben halt so viele Ringe. Leider verkehrt gedacht. Der Wertungsstreifen wird in einen Computer eingelesen und der vermisst die Schüsse auf hundertstel Millimeter genau und speichert sie nach Namen ab. Und was sagte der Computer als alle ihre Schießkünste bewiesen hatten? Der 4. und der 5. Platz ging nach Mariazell. Dann wurde es spannend: Der 3. Platz mit Pokal ging an Tanja Kislich, der 2. Platz mit Pokal an Manuela Schneider und der 1. Platz mit Pokal ging an - auch langhaarig aber männlich, wie Kommandant Leichtfried bemerkte - Walter Fehr. Nach der Siegerehrung löste sich die Gesellschaft nach und nach auf und verteilte sich auf die Gaststätten Mariazells um den letzten Abend noch einmal gebührlich zu geniessen und auch hier und da schon einmal „Auf Wiedersehen” zu sagen.


Endgültig verabschiedet wurde sich dann um 10.00 Uhr am Montagmorgen am Rüsthaus, wo wir auch empfangen wurden.


Hierzu noch eine Anmerkung: Bei der Ankunft wie bei der Abfahrt fährt ein Auto an, ein Mann springt heraus, begrüßt bzw. verabschiedet jeden, wer kann es anderes sein als der Feuerwehrarzt Medizinalrat Dr. Heinz Joachim Lubrich. In der Festschrift wird er unter anderem so beschrieben: sein einnehmender, menschlicher Wesenszug und seine stete Hilfsbereitschaft machen ihn darüber hinaus nicht selten zum Helfer in besonderen Lebenslagen. Dies können wir im Laufe der vielen Jahre, wie auch diesmal bestätigen, wo er noch vor der Heimfahrt einem Bandscheibengeschädigten eine Spritze verpasste.


Nach vielen Händedrücken, Küsschen hier und Tränchen da ging es Richtung Heimat, die um 20.30 Uhr erreicht war. Unserem Kutscher Horst, der uns ca. 2.000 km chauffierte, ein herzliches Dankeschön. Er könne jetzt verstehen, warum wir so oft und gerne nach Mariazell fahren.


Auf dem Programm stand unten:


Einen schönen Aufenthalt wünschen Euch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mariazell!


Den hatten wir! Danke!


Hier ein paar Bilder von Mariazell

Ankunft an der Kläfferquelle

Hier bei der Ankunft an der Kläfferquelle, alle sind schon gespannt wie es im Berg aussehen wird.

Aus dem Berg gekommen

Nach der Besichtigung der Quelle waren alle sichtlich beeindruckt, wie kan es möglich sein, das Trinkwasser da so einfach aus dem Berg sprudelt wie ein Wasserfall.

Auf der Rückfahrt mit Halt an der Hochschwab

Auf der Rückfahrt von der Kläfferquelle wurde nochmals eine kurze Rast gemacht um einen Blick auf das Gebirgsmassiv der Hochschwab zu machen. Bei dieser Rast wurde auch das Gruppenbild gemacht.

In der Edelweisshütte bei Pfanni

Wenn hat denn Traudi da schon wieder im Visier, Nicki scheint noch nicht ganz einverstanden mit der Wahl von Traudi.

Die Sieger des Schiessens auf die Ehrenscheibe der FF-Mariazell

Siegerehrung
Von links: Komandant Reinhard Leichtfried, der es immer noch nicht fassen konnte das die Mariazeller Wehr von den Fauerbacher Frauen beim „Schießen auf die Ehrenscheibe” geschlagen wurde.
3. Platz Tanja Kislich (Traudi)
2. Platz Manuela Schneider (Manu)
1. Platz Walter Fehr (Floppe)

Bericht: Manfred Rensch
Bilder: Gunthard Schneider

Homepage aktualisiert am 01.04.2019
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