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Brandschutzerziehung in Butzbach

Interview mit den beiden Brandschutzerzieherinnen
und ihrer Mathilde.

Bei einem Unterricht führt unser Pressewart ein Gepräch mit Mathilde.

FAUERBACH v.d.H. (HL) - Schwarze Knopfaugen schauen frech unter strähnigen rotblonden Haaren hervor. Die junge Dame mir gegenüber trägt eine schmucke Feuerwehruniform und verzieht gerade ihren etwas zu groß geratenen Mund zu einem breiten Grinsen. Nur auf mein Augenzwinkern reagiert sie nicht. Die junge Dame ist eine knuffige Handpuppe, heißt „Mathilde” und sitzt z. Zt. auf dem Schoß von Manuela Schneider aus dem Butzbacher Stadtteil Fauerbach v.d.H.

Manuela Schneider und ihre Schwester Andrea Marx-Schmidt, beide aktive Feuerwehrfrauen, haben sich die Aufgabe gestellt, ihre Erfahrungen im Brandschutz und im Umgang mit Kindern (beide sind junge Mütter) in die Brandschutzerziehung von Kindern einzubringen. Dies beginnt bereits im Kindergarten und setzt sich in den unteren Schulklassen fort. Der spielerische Unterricht umfasst jeweils 2 Stunden an 4 Tagen.

Beide Frauen haben sich mit den nötigen Lehrgängen und Unterweisungen für diese Aufgabe bestens gerüstet. Die Frage nach dem „warum” bringt Manuela auf den Punkt: „Der Papa hätte das auch so gewollt!”
Der Papa, war der leider früh verstorbene Wehrführer von Fauerbach und Stadtbrandinspektor von Butzbach Helmut Marx. Die Begeisterung und das Engagement, die dieser für die Feuerwehr aufbrachte, wird augenscheinlich von seinen Töchtern weitergeführt.

Ich frage: Brandschutzerziehung schon im Kindergarten? Bringt man die Kinder dadurch nicht erst recht dazu, mit dem Feuer zu spielen?

Entrüstung bei den beiden jungen Frauen. „Diese unsinnige Frage bekommen wir oft zu hören”, meint Manuela. „Bei der Brandschutzerziehung geht es darum, dem Feuer den Mythos des Verbotenen und damit den Reiz zur heimlichen Nachahmung zu nehmen. Gleichzeitig wird den Kindern auf eindringliche Weise die Gefährlichkeit des Feuers nahe gebracht”.

Andrea ergänzt: „Wenn wir die Kinder unter unserer Anleitung und Aufsicht mit einem Streichholz eine Kerze anzünden lassen, lernen sie diesen Vorgang, ohne Zwang zu Heimlichkeiten an absolut ungeeigneten Orten, ohne Angst vor Entdeckung und ohne dass aus Fehlversuchen gleich eine Katastrophe wird.”

Der berühmte Scheunenbrand durch spielende Kinder sollte damit der Vergangenheit angehören.

Immer wieder wird den Kindern dabei klar gemacht, dass alles nur im Beisein von Erwachsenen zu erfolgen hat. Wie das Ganze abläuft, kann ich einen Tag später bei den Fauerbacher Feuerwehrkindern (einer Kindergruppe als Vorstufe zur Jugendfeuerwehr) erleben.

Die berühmte Mathilde dient über weite Strecken der Lehrstunde als Kommunikationsmittel zwischen den Kindern und der gerade „im Dienst” befindlichen der beiden Schwestern. Es ist erstaunlich, aber die Kinder unterhalten sich in der Tat mit Mathilde. Sie wird um Rat und Meinung gefragt, sie gibt die passenden Kommentare ab - jeweils im Stil einer Bauchrednerpuppe animiert von den beiden jungen Frauen. Die Gestik von Mathilde ist manchmal echt umwerfend!

Mathilde kennt natürlich auch die Notrufnummer 112 und weiß, wie die 4 „W” mit Wo - Was - Wer - Wer in einem möglichen Telefongespräch mit der Leitstelle Wetterau einzusetzen sind.

Bei der Notrufmeldung sind folgende Informationen wichtig:

Wo ist etwas passiert? (Straße, Hausnummer...)
Was ist passiert? (Feuer, Verkehrsunfall...)
Wer braucht Hilfe (Menschenleben in Gefahr? Personen verletzt?...)
Wer meldet? (Name, Telefonnummer...)

Und so ganz nebenbei vermittelt Mathilde auch noch Grundlagenkenntnisse darüber, was ein Feuer zum Brennen braucht und was man tun muss, um es zu löschen. Mich beeindruckt nachhaltig, mit welcher Aufmerksamkeit und aktiver Teilnahme die Kinder hier bei der Sache sind.

Was sagen denn unsere „Offiziellen” der Feuerwehr dazu?

Der Vereinsvorsitzende der FF - Fauerbach Gunthard Schneider und der Wehrführer Peter Loreth sind voll des Lobes über die Tätigkeit der beiden Feuerwehrfrauen.

Schneider: „Initiativen wie diese und z. B. unsere Feuerwehr-Kindergruppe zeigen neue Wege auf und machen in den Feuerwehren Mut für die Zukunft. Vielleicht können wir so den Nachwuchsmangel in den Freiwilligen Feuerwehren stoppen. Berufsfeuerwehren flächendeckend im Land, das sollte man sich bei aller Kritik an den Freiwilligen Feuerwehren einmal vor Augen halten, sind unbezahlbar!”

Der Stadtbrandinspektor der Stadt Butzbach Dieter Winter fügt hinzu: „Brandschutzerziehung ist seit Juli 1999 im Hessischen Brand- und Katastrophenschutz-Gesetz vorgeschrieben.” Nur, so richtig wollte bisher niemand die Sache angehen. Um so mehr ist diese, zunächst rein privat gestartete Initiative von Manuela Schneider und Andrea Marx-Schmidt hervorzuheben. Die beiden haben sich sogar die nötigen Lehrmittel und Ausrüstungen auf eigene Kosten beschafft und die Ausbildung absolviert.

Wir wären schlecht beraten, wenn wir dies seitens der Stadt nicht fördern und die beiden Kameradinnen nicht nach und nach im Rahmen ihrer terminlichen Möglichkeiten in allen Stadtteilen einsetzen würden. Anfang November haben wir den Magistrat der Stadt Butzbach entsprechend informiert und den „Service” der beiden Kameradinnen für die Kindergärten der Stadt angeboten. Ich schätze, dass „Mathilde” im neuen Jahr noch viel Arbeit bekommt.

Doch zurück zu unserem Gespräch mit den beiden Brandschutzerzieherinnen. Während unseres ganzen Gesprächs hat sich Mathilde mit Gesten, Grimassen und Körpersprache beteiligt. Dabei drehte sich ihr Kopf zwischen Andrea, Manuela und mir jeweils hin und her. Mathilde beugte sich auch mal vor, um, wie es schien, auch kein Wort zu versäumen. Besonders wirkungsvoll war es, wenn Mathilde mit meinen oder den Ausführungen ihrer „Herrin” nicht einverstanden war und das durch Kopfschütteln und mir den Vogel zeigen („Mathilde, das macht man nicht”) kund tat. Manuela Schneider lacht, als ich sie auf das Eigenleben von Mathilde anspreche. „Das ist nur Training für mich. Nichts als Training! Noch macht Mathilde, was ich will.” Mir kamen da manchmal Zweifel! Zu oft habe ich mich als Erwachsener dabei erwischt, dass ich Mathilde zugehört und angesprochen habe, anstatt Manuela oder ihre Schwester..! Die Faszination einer gut animierten Puppe geht auch an mir nicht spurlos vorbei.

Und ich bin fest davon überzeugt: als ich mich von den 2 (pardon den 3) Damen verabschiedet und für das Gespräch bedankt habe, hat mir Mathilde doch zugezwinkert!

Dies war ein Interview von Hans J. Lembke mit unseren beiden Brandschutzerzieherinnen und ihrer Mathilde.

Hier ein Erlebnis von Manuela in einem Kindergarten.

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